Formaldehyd und Formaldehyd-Depots in Kühlschmierstoffen

Das Risk Assessment Committee (RAC) hat Formaldehyd1) in die Klassen Kanzerogen 1B und Mutagen Kategorie 2 eingestuft. Rhenus Lub setzt kein Formaldehyd in Kühlschmierstoffen ein. Einige rhenus Kühlschmierstoffe enthalten jedoch Formaldehyd-Depots2). Diese können Formaldehyd abspalten. Erst bei einer Konzentration ab 1000 ppm (= 0,1%) Formaldehyd in freier (abgespaltener) Form müsste eine Kennzeichnung erfolgen.

Da Kühlschmierstoffe von Rhenus Lub heute und in Zukunft diesen Grenzwert nicht erreichen werden, können formaldehyd­-depot-haltige rhenus Produkte bedenkenlos eingesetzt werden.

Daraus folgt heute:

  • Keine Kennzeichnung von rhenus Kühlschmierstoffen im Hinblick auf Formaldehyd und Formaldehyd-Depots
  • Gleichbleibende Handhabung für den Anwender
  • Keine Änderung der Kennzeichnung

Messungen und Kennzeichnungen

Im Rhenus Lub Labor gehört die Formaldehyd-Konzentration als Prüfparameter seit Jahren zum Standard. Dabei wird mit einem Skalar-System das abspaltbare Formaldehyd bestimmt. Bei diesem Verfahren wird also die maximal mögliche, abspaltbare Menge aus dem Formaldehyddepot bestimmt. In der Realität wird nur ein geringer Bruchteil dieser Menge tatsächlich abgespalten, womit diese Messmethode höchste Sicherheit für den Anwender gewährleistet.

Ob sich die Kennzeichnung von Formaldehyd zukünftig auch auf Formaldehyd-Depots auswirken wird, hängt von den Ergebnissen der Biozidregistrierungen für die PT 13 Kühlschmierstoffe ab. Diese werden erwartungsgemäß innerhalb der Jahre 2015 / 2016 endgültig vorliegen.

Luftgrenzwerte und Einatmen von Formaldehyd

Der bisherige MAK-Wert (Maximale-Arbeitsplatz Konzentration) als Arbeitsplatzgrenzwert von 0,62 mg / m³ wurde zurückgezogen. Die MAK-Kommission hat einen neuen Wert von 0,37 mg / m³ vorgeschlagen. Des Weiteren wird momentan ein neuer DNEL-Wert (Derived No-Effect Levels) Grenzwert diskutiert. Welche Werte tatsächlich festgesetzt werden, ist derzeit noch offen (Stand 28.4.2014).

Das bedeutet:

Nach derzeitigem Wissensstand ist eine Anwendung unter den üblichen Tätigkeitsbedingungen sicher. Es besteht keine Messverpflichtung für Formaldehyd in der Raumluft. Eine Auswertung von Formaldehydmessungen in der Luft in Arbeitsbereichen der mechanischen Fertigung hat für den Zeitraum von 1999 – 2009 ergeben, dass 95 % aller Messungen deutlich unterhalb des empfohlenen Grenzwertes der MAK-Kommission (0,37mg / m³) liegen. Darüber hinaus wurde ebenso die Einhaltung des diskutierten SCOEL-Grenzwert (Scientific Committee for Occupational Exposure Limits) im Bereich von 0,2 ppm = 0,25 mg / m³ in über 95 % aller durchgeführten Messungen gewährleistet.

Die Information berücksichtigt die aktuellen gesetzlichen Richtlinien (Stand Mai 2014). Sollten sich darüber hinaus Änderungen ergeben, werden Rhenus Lub Kunden automatisch darüber informiert.