Einstellung und Überwachung von Produktionsmedien Ganzheitlich betrachten

Mit spezialisiertem Prozesswissen wollen die Experten von Rhenus Lub den Fluideinsatz bei ihren Kunden optimieren und damit die gesamte Prozesskette wirtschaftlicher machen. Beim Wülfrather Zulieferer tedrive ist das gelungen.

Metallbearbeitende Unternehmen sind bestrebt, die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit ihrer Fertigung kontinuierlich zu verbessern. „rhenus lubrineering“ ist eine ganzheitliche Prozessbetrachtung, die der Mönchengladbacher Schmierstoffspezialisten Rhenus Lub anbietet. Hierbei rücken Kühlschmierstoffe und ihr professioneller Einsatz schnell von einer scheinbaren Nebensache in den Mittelpunkt. Mit einer Kombination aus hochwertigen Produkten (Lubricants) und spezialisiertem Prozesswissen (engineering) tragen die Mitarbeiter von Rhenus Lub dazu bei, den Einsatz der Fluide bei ihren Kunden Schritt für Schritt zu optimieren.

Mit diesem umfassenden Konzept will das mittelständische Familienunternehmen über das klassische Fluid-Management hinausgehen – und spart im Durchschnitt rund 18 Prozent der durch Fluide beeinflussten Prozesskosten ein. Wie ein solches Projekt verlaufen kann, zeigt die Zusammenarbeit mit der tedrive Steering Systems GmbH.

Outsourcing als Management-Entscheidung

tedrive fertigt in seinem Wülfrather Werk in verschiedenen Produktionsprozessen wie Drehen, Bohren, Fräsen, Räumen oder Schleifen hochwertige Lenksysteme und Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie. Auch Bearbeitungsverfahren wie Induktionshärten und vor allem anspruchsvolle Schleifoperationen wie etwa Außenschleifen kommen hier zum Einsatz. Seit nahezu zehn Jahren vertrauen die Lenkungsspezialisten bei allen Schmierstofffragen auf das Systemangebot von Rhenus Lub.

„Wir haben damals die Entscheidung, unser Fluid Management an einen externen Dienstleister auszulagern, auf der Grundlage einer fundierten Make or Buy-Studie getroffen“, erinnert sich Peter Heppelmann, Leiter Instandhaltung der tedrive Steering Systems GmbH. „Bei der Suche nach einem geeigneten Schmierstoffpartner überzeugte uns Rhenus Lub vor allem durch klare Optimierungsziele und genau bezifferte Kosteneinsparungen, die uns nicht nur verbindlich zugesichert, sondern dank umfangreichen Know-hows auch wirklich umgesetzt werden. So ist die Optimierung unserer gesamten Fertigung im Laufe der Zusammenarbeit zu einem kontinuierlichen Prozess geworden.“

Vertrauen ist gut …

In jedem Unternehmen verursacht die Veränderung sensibler Prozessparameter Unsicherheit. In der Startphase eines neuen rhenus lubrineering-Projekts ist für die Schmierstoffexperten deshalb der Aufbau gegenseitigen Vertrauens wichtig. Bei tedrive wurde hierzu eine gemeinsame Fluid-Runde ins Leben gerufen. Dort beleuchten Spezialisten von Rhenus Lub gemeinsam mit den Fluidverantwortlichen beim Wülfrather Automobilzulieferer alle Bearbeitungsstationen und Kostenstellen aus technischer, umweltrelevanter wie auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht, diskutieren Verbesserungsmöglichkeiten und sichern so den Fortschritt des Projekts. „Auf der Grundlage einer genauen Betrachtung und Analyse des gesamten Prozesses definieren wir verlässliche Kennzahlen, anhand derer wir die Fertigung kontinuierlich schlanker und sicherer gestalten“, schildert Björn Linevondeberg, Produktmanager rhenus lubrineering bei Rhenus Lub. „Hierzu legen wir gemeinsam mit unseren Ansprechpartnern bei tedrive exakt umrissene Projekte fest und bestimmen alle wichtigen Parameter, wie Fluidverbrauch, Werkzeugkosten, Standzeiten, Pflegeaufwand und Filterfähigkeit, ganz genau. Im Verlauf des Projektes überprüfen wir den Zielerreichungsgrad in regelmäßigen Abständen. Denn nur so erreichen wir eine langfristige Prozessoptimierung.“

… Kontrolle ist besser

Durch die kontinuierliche Verschlankung der gesamten Fertigung können mit dem rhenus lubrineering bis zu 30 Prozent der Prozesskosten eingespart werden. Hierzu legt Rhenus Lub gemeinsam mit den Kunden in jährlichen Budgetgesprächen die zu realisierenden Einsparpotenziale fest und überprüft deren Fortschritt. Denn je nach Maschinen oder Projekt ergeben sich unterschiedlich große Kostenvorteile. Ein wichtiges Argument für die Verlagerung des Fluid Managements auf einen erfahrenen Spezialisten sind beispielsweise die von Generation zu Generation anspruchsvolleren Werkzeugmaschinen mit immer höheren Vorschüben und Drehzahlen.

Auch die eingesetzten Kühlschmierstoffe müssen hierbei den ständig steigenden Ansprüchen an Kühl- und Spülwirkung sowie Schmiereigenschaften gerecht werden. Mit einer permanenten Überwachung und Einstellung aller Fluide schafft Rhenus Lub für seine Kunden eine wichtige Voraussetzung für die erreichte Qualität. Dazu hat Rhenus Lub bei tedrive das Wartungsintervall der Produktionsanlagen von einem turnusmäßigen Wechsel auf eine zustandsbezogene Pflege der Kühlschmierstoffe umgestellt. Metin Sahin, Service-Mitarbeiter von Rhenus Lub, entnimmt jeden Tag vor Ort im Wülfrather Werk Kühlschmierstoff- und Waschmedienproben aus allen betreuten Anlagen und stellt in einem eigenen Labor Verbrauch, Konzentration, Fremdölanteil, Bakterienzahl und andere wichtige Richtwerte fest. Dank der so gewonnenen Transparenz können die Schmierstoffexperten von Rhenus Lub bei Bedarf rasch in den Schmierungsprozess eingreifen und die Standzeiten der Kühlschmierstoffe insgesamt deutlich verlängern.

Schnelle und flexible Prozessketten

Mit der Auslagerung ihres Fluid Managements streben Kunden wie tedrive jedoch nicht nur besonders kosteneffiziente Fertigungsprozesse an, sondern auch sichere, schnelle und flexible Produktionsketten. „Der Effekt des rhenus lubrineerings in unserem Unternehmen lässt sich daher nicht auf einen reinen Vorher-Nachher-Vergleich der Kosten reduzieren“, betont Instandhaltungsleiter Peter Heppelmann. „Es ist nicht damit getan, einfach nur das günstigste Produkt einzukaufen. Im Gegenteil: Mitunter nehmen wir bewusst an manchen Stellen teurere Kühlschmierstoffe in Kauf. Denn diese ermöglichen uns am Ende eine deutlich höhere Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des gesamten Produktionsprozesses. Hier muss man also immer die gesamte Fertigung betrachten.“

Unter der Maxime der umfassenden Optimierung haben die Mitarbeiter von Rhenus Lub daher im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit die unterschiedlichsten Bereiche innerhalb der Fertigung von tedrive kontinuierlich verschlankt. Dabei war die Lagerführung eines der ersten klar definierten im Wülfrather Werk. Unter der Regie von Rhenus Lub wurden mehr als 100 unterschiedliche Produktionsmedien von Kühlschmierstoffen, Bearbeitungsölen bis hin zu Härtemedien neu organisiert, beschafft, gelagert und verwaltet. Auch Systemreiniger, Entschäumer, Verdünner, Reinigungsmittel und Lacke bezogen die Mönchengladbacher Schmierstoffspezialisten in die Restrukturierung der Logistik mit ein. Ziel dieses neuen Lagermanagements war die Optimierung des Bestandes bei gleich bleibendem Niveau. Minimal- und Maximallisten haben dafür gesorgt, dass einerseits die Produktionsversorgung sichergestellt und andererseits der Lagerumfang und die Kapitalbindung begrenzt werden konnte.

Echte Problemlöser im Einsatz

Auch andere Projekte zeigen, welche Vorteile die ganzheitliche Prozessbetrachtung erbringt. So ergab sich beim Mapalreiben von Aluminium-Lenkgehäusen im Wülfrather Automobilkomponenten-Werk ein überdurchschnittlich hoher Ausschuss. Rhenus Lub tauschte den verwendeten Schmierstoff gegen das Produkt rhenus FU 50 und verbesserte gemeinsam mit tedrive die Kühlmittelzufuhr. Das Spiel bei der Werkzeugführung wurde reduziert. Dadurch konnte die Ausschussquote gegen Null gesenkt werden. Insgesamt befüllt Rhenus Lub zehn zentrale Bearbeitungsanlagen und rund 80 Einzelmaschinen nahezu aller führenden Werkzeugmaschinenhersteller. Zum Einsatz kamen hierbei vor allem wassermischbare Kühlschmierstoffe oder Metallbearbeitungsöle, etwa für die räumende Bearbeitung.

Gerade bei dieser Operation mussten die Lenkungsspezialisten von tedrive den Räumzahn beim Zerspanungsräumen eines anderen Werkstücks bereits nach 3.500 Produktionsvorgängen statt nach den angestrebten 7.000 nachsetzen. Das trieb nicht nur den Arbeitsaufwand und die Ausfallzeiten in die Höhe, sondern auch die Werkzeugkosten. Die Produktionskosten erreichten ein Ausmaß, das für das Unternehmen weder länger trag- noch kalkulierbar war. So galt es, durch rhenus lubrineering den Grund für diesen übermäßigen Maschinenverschleiß zu evaluieren, zu beheben und so die Werkzeugstandzeit wieder auf Optimalwert zu bringen. Die Ursache des Problems war hier eine große Schwankungsbreite in der Qualität der Stahlrohlinge.

Diese Einzelbeispiele zeigen: Für den Automobilzulieferer aus Wülfrath hat sich die Entscheidung für das rhenus lubrineering bereits heute ausgezahlt. Die Maschinenlaufzeiten konnten erhöht, Produktionsausfälle vermieden und Kosten gesenkt werden.