Einfaches Fluid Management war gestern. Mit der völlig neuartigen Kennziffern-Systematik von Rhenus Lub können Anwender in der Metall verarbeitenden Industrie Transparenz, Vergleichbarkeit und kontinuierliche Optimierung in ihre Bearbeitungsprozesse bringen. Das weiterentwickelte KSS-Management rhenus lubrineering trägt dazu bei, messbare Ziele zu definieren und Kosten nachhaltig zu senken. Die Vorgaben des Marktes sind klar: Unternehmen der Automobilzulieferindustrie und der Metallbearbeitung müssen ihre Kosten fortlaufend senken und gleichzeitig Liefersicherheit und -qualität steigern. Ein erfolgreicher Weg hierzu ist das Industrial Engineering. Auf wissenschaftlicher Grundlage werden Produktivitätssteigerungen systematisch realisiert und vor allem einheitliche Standards für vergleichbare Prozesse festgelegt. Systematisch decken Methoden aus Ingenieurwesen und Betriebswirtschaft Abweichungen auf, so dass Prozesse deutlich effizienter und nachhaltiger gesteuert werden können. Soweit – so bewährt. Die Rhenus Lub GmbH & Co KG geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter. Erstmals überträgt der Schmierstoffspezialist aus Mönchengladbach mit dem rhenus lubrineering diese Systematik auf Bearbeitungsprozesse unter Einsatz von Kühlschmierstoffen. Die einheitliche und ganzheitliche Prozessbetrachtung erlaubt es Kunden, die Standzeiten ihrer Emulsionen zu verlängern, Stückkosten je Werkstück zu senken, Ausschuss zu minimieren und damit Fertigungsprozesse insgesamt wirtschaftlicher und gleichzeitig sicherer zu gestalten.

Erstaunliche Kostenverteilung

Der Einsatz zeigt: Eine Investion in die neuartige Kennziffern-Systematik rechnet sich. 18 Prozent aller Kosten für Fertigungsprozesse in der Metall verarbeitenden Industrie werden durch Fluide und deren Einsatz erzeugt. Darunter fallen auch Faktoren, die von Kühlschmierstoffen maßgeblich beeinflusst werden, wie die Entsorgung, Filtertechnik, Recycling oder Rückgewinnung. „Für viele Anwender überraschend ist die Tatsache, dass Neubefüllung und Wechsel der Kühlschmierstoff-Systeme lediglich zwischen 5 und 20 Prozent der gesamten Fluidkosten ausmachen“, berichtet Björn Linevondeberg, Projektmanager rhenus lubrineering, aus der Praxis. „80 bis sogar 95 Prozent entfallen hingegen auf Nachfüllungen oder Nachjustierungen während der Betriebsdauer.“

Fünfstellige Einsparungen

Mit dem rhenus lubrineering setzt Rhenus Lub den Hebel dort an, wo nachhaltig Kosten eingespart werden können – bei kleinen und nur scheinbar unbedeutenden Stellschrauben. Die Schmierstoffexperten durchleuchten die Bearbeitungsprozesse bis ins kleinste Detail und erfassen alle relevanten Daten systematisch. Im Zentrum stehen drei Fragen: Wie viel Konzentrat muss bei wassermischbaren Kühlschmierstoffen nachgefüllt werden, um die gewünschte Konzentration zu erhalten? Wie oft muss die gesamte Befüllung – etwa von Zentralanlagen – jährlich gewechselt werden? Wie viel Stellmittel (Entschäumer, Bakterizide etc.) müssen während der spezifischen Bearbeitung nachgesetzt werden? Die systematische Erhebung dieser Werte bildet die Basis, um realistische Teilziele festzulegen. Das kann beispielsweise eine Senkung der Nachsatzrate an Konzentrat von 2,5 auf 2,0 Prozent sein. Denn die Schmierstoffexperten wissen: Laufende Kosten bestimmen das Gros der Fertigungskosten und so können bereits scheinbar kleine Dezimalstellen – über das Jahr betrachtet – zu Einsparungen im fünfstelligen Bereich führen.

Verbindliche Einsparungen im Pflichtenheft

Nur wenige Spezialisten sind jedoch empirisch und wissenschaftlich in der Lage, so tief in die Bearbeitungsprozesse unter Einsatz von Kühlschmierstoffen einzudringen, um exakte Prognosen über das zu erzielende Einsparpotenzial wagen zu können. Auch hier geht Rhenus Lub einen entscheidenden Schritt weiter: Auf der Grundlage von über 60 erfolgreich absolvierten Anwendungen des rhenus lubrineering bei großen deutschen Unternehmen wagt der Kühlschmierstoffexperte nicht nur blasse Vorhersagen, sondern schreibt sogar verbindliche Einsparungen in Pflichtenheften fest. Linevondeberg: „Wir sichern unseren Kunden vertraglich zu, dass sich ihr Vertrauen in das rhenus lubrineering auszahlt und die errechneten Ziele auch tatsächlich erreicht werden.“

Wie funktioniert das in Praxis?

Zu Beginn des rhenus lubrineering Projekts statten Mitarbeiter von Rhenus Lub dem Metall verarbeitenden Unternehmen einen Referenzbesuch ab, in dem die einzelnen Projektbausteine vorgestellt werden. Bei dieser Gelegenheit lernen sich die verantwortlichen Projektpartner beider Seiten kennen, die zukünftig im rhenus lubrineering zusammenarbeiten werden. Eine genaue Untersuchung des gesamten Fertigungsprozesses bildet den Einstieg ins rhenus lubrineering. Mitarbeiter von Rhenus Lub untersuchen den Einsatzbereich aller Kühlschmierstoffe im Unternehmen – vom Einkauf bis zur Entsorgung. Auch Werkzeuge oder Filteranlagen werden in die Analyse einbezogen und Optimierungspotenziale festgestellt. Auf der Grundlage dieses exakten Status quo erarbeitet Rhenus Lub ein schlüssiges Optimierungskonzept, erstellt ein Angebot und präsentiert beides dem Kunden.

Ziel: Standzeiten der Fluide deutlich verlängern

Der Zielvereinbarung folgt die Implementierung. Experten von Rhenus Lub optimieren kontinuierlich alle Produktionsabläufe und gestalten sie zugleich sicherer und wirtschaftlicher. Bereits bei Produktauswahl und -beschaffung können beispielsweise durch „Single Sourcing“ – die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen bei nur einem Anbieter – Kosten eingespart werden. Die gezielte Auswahl und Wartung von Pflege- und Systemtechnik, Labor- und Qualitätskontrollen sowie die Optimierung von Befüllung und Reinigung der Produktionsmaschinen trägt dazu bei, die Standzeiten der eingesetzten Fluide deutlich zu verlängern. Das richtige Entsorgungsmanagement, die genaue Planung der Personalressourcen und die qualifizierte Schulung von Mitarbeitern tragen dazu bei, die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen und gleichzeitig alle geltenden EU-Richtlinien im Hinblick auf Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz zu erfüllen.

Prozesssicherheit über mehrere Standorte

Die globale Ausrichtung des rhenus lubrineering garantiert mit vergleichbaren Standards die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf international tätige Tochterunternehmen. Dieses Argument überzeugt vor allem international agierende rhenus lubrineering Kunden, die dazu übergehen, auch das komplexe Fluid Management auf ihre ausländischen Niederlassungen zu übertragen. Wenn Werkzeugmaschinen in Werken außerhalb Deutschlands vergleichbare Arbeitsschritte vollziehen, lassen sich die im rhenus lubrineering optimierten Prozesse mit nur wenigen individuellen Anpassungen auch an anderen Produktionsstandorten widerholen. Mit Hilfe von Rhenus Lub gelingt so der Ausgleich zwischen der Standardisierung von Bearbeitungsprozessen und der flexiblen Anpassung an die neue Produktionsstätte. Linevondeberg: „International tätige Unternehmen mit mehreren Standorten wollen natürlich bei vergleichbaren Prozessen eine Standardisierung der Verfahren erzielen.“ Diese Standardisierung ist Grundlage für hohe Qualität im Fertigungsprozess oder sogar für zertifizierte Verfahren, beispielsweise in der Luftfahrtindustrie. Die Vergleichbarkeit schafft Transparenz und sichert Reproduzierbarkeit – Bearbeitungsprozesse werden damit von Jahr zu Jahr sicherer und wirtschaftlicher.

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