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Kühlschmierstoffe in der Industrie: Ein Leitfaden zur Senkung der Total Cost of Ownership (TCO)

Lesezeit: 5 Min. | 28.01.2026

In der metallverarbeitenden Industrie ist der Kühlschmierstoff (KSS) das Lebenselixier jeder Maschine. Er kühlt, schmiert, spült Späne ab und schützt vor Korrosion. Doch trotz seiner zentralen Rolle wird bei seiner Beschaffung oft ein entscheidender Fehler gemacht: Der Fokus liegt allein auf dem Literpreis. Diese kurzsichtige Betrachtung ignoriert eine Vielzahl an Folgekosten, die den vermeintlich günstigen Einkauf schnell zur teuren Fehlentscheidung machen.

Der Trugschluss des günstigen Literpreises

Die wahren Kosten eines Kühlschmierstoffs zeigen sich nicht auf der Einkaufsrechnung, sondern in der laufenden Produktion. Von erhöhtem Werkzeugverschleiß über ungeplante Maschinenstillstände bis hin zu aufwendiger Pflege und teurer Entsorgung – die versteckten Kosten können ein Vielfaches des reinen Produktpreises ausmachen. Dieser ganzheitliche Ansatz wird als Total Cost of Ownership (TCO) bezeichnet.

Joachim Clausen, Leiter Produktmanagement KSS bei Rhenus Lub, warnt eindringlich vor dieser Kostenfalle: „Wer nur auf den Preis pro Liter schaut, übersieht das Wesentliche. Ein ungeeigneter oder instabiler KSS verursacht Probleme, die direkt auf die Produktivität und Profitabilität durchschlagen. Die eigentliche Frage ist nicht ‚Was kostet der KSS?‘, sondern ‚Was kostet es mich, den falschen KSS zu verwenden?‘.“

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Produktionskosten senken mit dem richtigen Kühlschmierstoff

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Die versteckten Kostentreiber: Wo Ihr Geld wirklich verloren geht

Eine strategische KSS-Auswahl beginnt damit, die wahren Kostentreiber im Prozess zu identifizieren. Hier sind die drei größten Hebel, um Ihre TCO signifikant zu senken:

1. Werkzeugverschleiß und Maschinenstillstände

Der direkte Kontaktpunkt zwischen Maschine und Werkstück ist das Schneidwerkzeug. Der KSS spielt hier die entscheidende Rolle, die Reibung und Temperatur zu reduzieren.

  • Das Problem: Ein KSS mit unzureichender Schmierleistung führt zu höherer Reibung und Hitze an der Schneide. Die Folge: Das Werkzeug stumpft schneller ab, die Standzeiten verkürzen sich drastisch. Jeder zusätzliche Werkzeugwechsel bedeutet nicht nur Kosten für das neue Werkzeug, sondern vor allem teure, unproduktive Stillstandzeit der Maschine.
  • Der TCO-Ansatz: Ein Hochleistungs-KSS, der exakt auf Material und Zerspanungsprozess abgestimmt ist, bildet einen stabilen Schmierfilm und sorgt für optimale Kühlung. „Wir sehen bei Kunden immer wieder, dass durch den Wechsel auf einen passenden KSS die Werkzeugstandzeiten um 20, 30 oder sogar mehr Prozent verlängert werden können“, berichtet Joachim Clausen. „Rechnet man das auf ein Jahr hoch, ergibt sich ein enormes Einsparpotenzial, das den höheren Literpreis bei Weitem übersteigt.“

2. Prozessstabilität, Oberflächenqualität und Ausschuss

Die Qualität des Endprodukts hängt maßgeblich von der Stabilität des gesamten Bearbeitungsprozesses ab. Instabile Emulsionen oder falsches Handling des KSS sind hier oft die Wurzel des Übels.

  • Das Problem: Schäumt der KSS, lässt die Kühlleistung nach. Instabile Emulsionen führen zu schlechter Spülwirkung, Bakterienbefall und Korrosion an Werkstück und Maschine. Das Resultat ist eine mangelhafte Oberflächenqualität, die teure Nacharbeit oder im schlimmsten Fall Ausschuss bedeutet.
  • Der TCO-Ansatz: Ein qualitativ hochwertiger KSS zeichnet sich durch seine Robustheit und Langzeitstabilität aus. Er bleibt auch unter hohen Drücken oder bei der Vermischung mit Fremdölen stabil und schützt so zuverlässig vor Prozessschwankungen. Das sichert eine konstant hohe Bauteilqualität und reduziert die Ausschussquote.

3. Pflege, Handling und Entsorgung

Ein KSS ist kein „Fill-and-Forget“-Produkt. Er muss überwacht, gepflegt und am Ende seiner Lebensdauer fachgerecht entsorgt werden.

  • Das Problem: Günstige, instabile Produkte erfordern oft einen hohen Pflegeaufwand. Ständiges Nachschärfen mit Additiven, der Einsatz von Bioziden gegen Bakterienbefall und häufige Teil- oder Komplettwechsel der Emulsion binden Personal und verursachen Kosten. Am Ende steht die teure Entsorgung des verbrauchten KSS.
  • Der TCO-Ansatz: Ein moderner, stabiler KSS reduziert den Pflegeaufwand auf ein Minimum. Durch seine lange Standzeit werden die Wechselintervalle deutlich verlängert, was nicht nur die Entsorgungskosten, sondern auch den damit verbundenen Maschinenstillstand reduziert. „Unser Ziel ist immer, die Standzeit des KSS beim Kunden zu maximieren“, erklärt Clausen. „Das schont Ressourcen, senkt die Kosten und erhöht die Maschinenverfügbarkeit.“

Der Weg zur TCO-Optimierung: Beratung als Erfolgsfaktor

Die Senkung der Total Cost of Ownership ist kein Produkt-, sondern ein Prozess-Thema. Aus diesem Grund sieht sich Rhenus Lub nicht nur als Lieferant, sondern als strategischer Partner seiner Kunden.

„Unser Ansatz beginnt immer mit einer gründlichen Analyse direkt vor Ort“, so Joachim Clausen. „Wir schauen uns den gesamten Prozess an: Welche Materialien werden bearbeitet? Welche Wasserqualität liegt vor? Wie sind die Systemperipherie und die Filtrationsanlagen beschaffen? Erst wenn wir das Gesamtbild verstehen, können wir eine fundierte Empfehlung für den optimalen Kühlschmierstoff geben und dessen Anwendung optimieren.“

Dieser beratende Ansatz stellt sicher, dass der ausgewählte KSS nicht nur eine Aufgabe erfüllt, sondern als integraler Bestandteil zur Effizienz und Stabilität des gesamten Produktionsprozesses beiträgt.

Fazit: Vom Kostenfaktor zum Wertschöpfungshebel

Ein strategisches Management von Kühlschmierstoffen, das auf die Total Cost of Ownership fokussiert, wandelt einen vermeintlichen Kostenfaktor in einen starken Hebel für mehr Produktivität und Wirtschaftlichkeit. Die Investition in einen hochwertigen, anwendungsspezifischen KSS und die dazugehörige Prozessberatung amortisiert sich durch längere Werkzeugstandzeiten, weniger Stillstände, eine höhere Bauteilqualität und geringere Folgekosten in kürzester Zeit.

Möchten auch Sie die versteckten Kosten in Ihrer Produktion aufdecken und Ihre TCO nachhaltig senken? Unsere Experten analysieren Ihre Prozesse und entwickeln mit Ihnen eine maßgeschneiderte KSS-Strategie.

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