Form­alde­hyd und Form­aldehyd-Depots in Kühlschmier­stoffen

Beratungstermin

Das müssen Sie zu Formaldehyd in rhenus Kühlschmierstoffen wissen

Im Einsatz befindliche Kühlschmierstoffe müssen eine Stabilität gegen Bakterien aufweisen um lange Standzeiten zu erreichen. Hierzu werden u.a. sogenannte Formaldehyddepotstoffe (FAD) eingesetzt. Hierbei liegt der biozide Wirkstoff in einer chemisch gebunden Form vor und ist zunächst nur in geringsten Mengen überhaupt frei im Konzentrat und der gebrauchsfertigen Emulsion bzw. Lösung vorhanden.

Das Risk Assessment Committee (RAC) hat Formaldehyd 1) in die Klassen Kanzerogen 1B und Mutagen Kategorie 2 eingestuft. Rhenus Lub setzt kein reines Formaldehyd in Kühlschmierstoffen ein. Einige rhenus Kühlschmierstoffe enthalten jedoch die oben genannten Formaldehyd-Depots 2).

1) Formaldehyd = Anteile in freier Form
2) Formaldehyd-Depots = Anteile in gebundener Form

Die Kühlschmierstoffe von Rhenus Lub werden weder heute noch in Zukunft den Grenzwert von 0,1% erreichen. Daher können formaldehyd-depot-haltige rhenus Produkte bedenkenlos eingesetzt werden.

Daraus folgt heute:

  • Keine Kennzeichnung von rhenus Kühlschmierstoffen im Hinblick auf Formaldehyd und Formaldehyd-Depots
  • Gleichbleibende Handhabung für den Anwender
  • Keine Änderung der Kennzeichnung
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Messung und Kennzeichnung

Im Rhenus Lub Labor gehört die Formaldehyd-Konzentration als Prüfparameter seit Jahren zum Standard. Dabei wird mit einem automatischen Laboranalysesystem das abspaltbare Formaldehyd bestimmt. Bei diesem Verfahren wird also die maximal mögliche, abspaltbare Menge aus dem Formaldehyddepot bestimmt. Da in der praktischen Anwendung stets nur ein geringer Bruchteil dieser Menge tatsächlich abgespalten wird, bietet diese Messmethode höchste Sicherheit für den Anwender. Bei den Messungen der ordnungsgemäß eingesetzten rhenus-Kühlschmierstoffe haben sich stets Werte unterhalb der Grenzwerte ergeben.

Luftgrenzwerte und Einatmen von Formaldehyd

Der bisherige MAK-Wert (Maximale-Arbeitsplatz Konzentration) als Arbeitsplatzgrenzwert von 0,62 mg / m³ ist nicht länger gültig. Stattdessen gilt nun der rechtsverbindliche Langzeitwert in Höhe von 0,37 mg/m³ und der Kurzzeitwert in Höhe von 0,74 mg/m³ der TRGS 900.

Das bedeutet: Nach derzeitigem Wissensstand ist eine Anwendung FAD-haltiger Kühlschmierstoffe der Rhenus Lub unter den üblichen Tätigkeitsbedingungen sicher und zulässig. Es besteht darüber hinaus auch keine Messverpflichtung für Formaldehyd in der Raumluft. So hat eine Auswertung von Formaldehydmessungen in der Luft in Arbeitsbereichen der mechanischen Fertigung für den Zeitraum von 1999 – 2009 ergeben, dass 95 % aller Messungen deutlich unterhalb des empfohlenen Grenzwertes der MAK-Kommission (0,37mg / m³) liegen. Darüber hinaus wurde ebenso die Einhaltung des damals diskutierten SCOEL-Grenzwert (Scientific Committee for Occupational Exposure Limits) im Bereich von 0,2 ppm = 0,25 mg / m³ in über 95 % aller durchgeführten Messungen gewährleistet. Die Information berücksichtigt die aktuellen gesetzlichen Richtlinien (Stand Oktober 2025). Sollten sich darüber hinaus Änderungen ergeben, werden Rhenus Lub Kunden automatisch darüber informiert.

Für Kühlschmier­stoffanwender und -hersteller gibt es trotz neuer Richtlinien zur Ein­stufung von Form­aldehyd

  • keine Kennzeichnungsänderung
  • keine Messverpflichtung
  • Sie entscheiden!

Als Kunde von Rhenus Lub haben Sie wie in der Vergangenheit beide Möglichkeiten: Kühlschmierstoffe mit sowie ohne Formaldehyd-Depots