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Expertise

Arbeitsschutz in der spanenden Fertigung – produktiv realisieren mit dem T-O-P-Modell

By 02.05.2017August 4th, 2022No Comments
Arbeiter mit Bohrer

Arbeitsschutz in der spanenden Fertigung – produktiv realisieren mit dem T-O-P-Modell

Lesezeit: 8 Min. | 02.05.2017

Inhalte

Arbeitssicherheit: Wichtiger Faktor im Arbeitsprozess

In der spanenden Fertigung sollte der Begriff „Arbeitsschutz“ weitreichend verstanden werden. Denn moderner Arbeitsschutz ist präventiv und wartet nicht auf Schäden oder Ereignisse, die erst nach Eintritt verändert oder verbessert werden.

Man schützt den Menschen nicht vor der Arbeit, sondern vor allen Gefahren, die von der Tätigkeit ausgehen.

Arbeitsschutz: Kombination aus verschiedenen Parametern

Daher wird „Arbeitsschutz“ mittlerweile als notwendige Kombination „Sicherheit-Gesundheit-Umweltschutz“ verstanden (SGU oder international HSE Health-Safety-Environment genannt) und sollte auch so gelebt werden. Die Verantwortung für den Schutz der Beschäftigten liegt dabei ausschließlich beim „Anwender“, dem Unternehmer. Verantwortungsvolle Schmierstoffhersteller berücksichtigen diese Faktoren deshalb bereits bei der Entwicklung von Kühlschmierstoffen. Daneben sollte eine Werkzeugmaschine so ausgerüstet sein, dass die Bemühungen von Herstellern und Anwendern von Kühlschmierstoffen später nicht ad absurdum geführt werden, abgesehen von wesentlichen wirtschaftlichen Interessen. SGU/HSE beginnt also schon beim beabsichtigten Kauf einer Maschine und bei der Auswahl des Kühlschmierstoffs.

Arbeitssicherheit ist eine präventive Maßnahme

Denn, was viele Unternehmer nicht genug bedenken: Bereits in der Planung der Maschinenanschaffung oder des zu verwendenden Schmierstoffs liegt oft die Ursache für spätere Unfälle und Schäden. Eine falsche Entscheidung kann zum späteren Zeitpunkt unter Umständen zum Totalausfall des Arbeitsverfahrens führen, nämlich wenn z. B. ein Schadensfall in Form eines Unfalls oder einer Krankheit  eintritt. Korrekturen an Maschine, Schmierstoff und Arbeitsprozess und die damit verbundenen Unterbrechungen sind in jeder Hinsicht aufwendig und vermeidbar, wenn systematisch vorgesorgt wird.

Arbeitssicherheit mit dem TOP-Modell

Eine systematische Vorsorge bietet das Arbeiten nach dem T-O-P-Modell. Es sieht drei Themenfelder für Einzelmaßnahmen vor:

  • technische Maßnahmen:
    • Alles, was an der Maschine selbst verändert werden kann, um Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Zum Beispiel das Anbringen von Sichtschutzen oder Notausvorrichtungen, oder auch die Wahl eines hochwertigen Schmierstoffes.
  • organisatorische Maßnahmen:
    • Alles, was den Arbeitsvorgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft. Dazu gehört zum Beispiel ein „Vier-Augen-Prinzip“ an der Maschine.
  • personenbezogene Maßnahmen:
    • Alles, was die Ausbildung und Vorbereitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft. Klassisches Beispiel ist die Sicherheitsunterweisung.

Am Anfang steht: KSS Gefahren erkennen

Schmierstoffe und Kühlschmierstoffe werden immer verträglicher für den Kontakt mit organischem Material wie der menschlichen Haut. Doch auch hier gilt: Sicherheit geht vor!

Zunächst gilt es, das Gefährdungspotential zu erkennen, welches sich bei der Anwendung von Kühlschmierstoffen ergibt. Dieses wird sehr deutlich, wenn man dazu folgende Zahlen vergleicht: Im Bereich der Metallverarbeitung haben die Schmierstoffe als Auslöser von Hauterkrankungen mit bestätigtem BK-Verdacht den größten Anteil von 33%, gefolgt von den Metallen selbst mit 17% und technische Ölen und Fetten mit 16% (BGI 658 „Hautschutz in Metallbetrieben“, Ausgabe 2008). Allergische Kontaktekzeme können in chronischer Form ein Leben lang erhalten bleiben. Auch wenn Studien belegen, dass in 70% der Fälle ein günstiger Heilungsverlauf erzielt werden kann, wenn man den Kontakt zum Allergen selbst konsequent meidet, ist die erste Zielsetzung schlicht und einfach die grundsätzliche Vermeidung des Kontakts mit jedwedem Allergen. Kein Kontakt bedeutet keine Allergieauslösung.

KSS und ihr Gefahrenpotenzial

Rhenus Lub forscht immer weiter an hautverträglichen Kühlschmierstoffen, die die Arbeitssicherheit erhöhen. Trotzdem handelt es sich um Werkstoffe, die zur Erfüllung ihrer wichtigen Aufgaben in der Industrie mit verschiedenen Inhaltsstoffen und Additiven versetzt sein müssen, auch wenn die Konzentration stetig abnimmt:

  • grundsätzliche Toxizität
  • cancerogene (krebserregende) Inhaltsstoffe wie z. B. N-Nitrosamine
  • reproduktionstoxische (fortpflanzungsgefährdende) Inhaltsstoffe, wie z. B. Borsäure
  • mehrfach wirkende Inhaltsstoffe (cancerogene und allergene Stoffe), wie z. B. Formaldehyd in Bioziden
  • Mikroorganismen (Bakterien, Schimmel- und Hefepilze), welche z. B. zu Organschäden in Lunge und Leber führen können
  • Allergene
  • erhöhte Brandgefahr bei nicht wassermischbaren Kühlschmierstoffen

Ein unvorbereiteter und leichtsinniger Umgang mit KSS führt schnell zu teilweisen Ausfällen und langanhaltenden Berufskrankheiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist für die geschädigten Personen unangenehm und bedeutet lange Ausfallzeiten. Für das Unternehmen sind solche Vorkommnisse, gerade wenn sie gehäuft vorkommen, schlicht schädigend für Bilanz.

Arbeitsschutz: Statistik zeigt positive Entwicklung

Die Arbeit mit KSS birgt also ein gewisses Gefahrenpotenzial. Eine Statistik über Hauterkrankungen in Deutschland über mehrere Jahre zeigt folgendes Bild:

Diagramm Arbeitsschutz Heuterkrankungen

Zum einen werden die Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer sensibler für Hauterkrankungen, die durch den Einsatz von Schmierstoffen hervorgerufen werden. So lässt sich die steigende Kurve von Verdachtsfällen seit 2007 deuten. Zum anderen sind die Schmierstoffe anscheinend immer sicherer und die Arbeitsschutzmaßnahmen immer ausgereifter geworden. Das zeigt sich in dem sinkenden Fallaufkommen an Berufskrankheiten, die durch den Einsatz von KSS hervorgerufen wurden.

Es lohnt sich also, die Arbeitsprozesse nach dem T-O-P-Modell zu optimieren, um so die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und Ausfälle bis hin zur Arbeitsunfähigkeit zu vermeiden.

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